Magdalena Berger, MA

Personzentrierte Gesprächspsychotherapie in 1050 Wien

Personzentrierte Psychotherapie geht davon aus, dass Sie die Richtung kennen, auch dann, wenn sie gerade nicht sichtbar ist. Ich begleite Sie dabei, diese Richtung wiederzufinden: im Gespräch, ohne Vorgaben und ohne Bewertung. So arbeite ich in meiner Praxis in Wien mit Erwachsenen und Jugendlichen.

Erwachsene & Jugendliche · Praxis 1050 Wien

Illustration: Hände halten einen Kompass

„Es wird immer alles gleich ein wenig anders, wenn man es ausspricht.“

Hermann Hesse

Was personzentrierte Psychotherapie ist

Die personzentrierte Psychotherapie, auch Gesprächstherapie oder klientenzentrierte Therapie genannt, wurde ab den 1940er-Jahren von dem amerikanischen Psychologen Carl R. Rogers entwickelt. Sie gehört zu den humanistischen Verfahren und ist in Österreich als eigenständige Psychotherapiemethode anerkannt.

Im Zentrum steht nicht ein Störungsbild, sondern Ihr Erleben: wie sich eine Situation für Sie anfühlt, was sie mit Ihnen macht, was daran unklar bleibt. Ich deute das nicht von außen und arbeite kein Programm ab. Ich versuche, so genau wie möglich mitzugehen, und mache das Gesagte hörbar, bis es Ihnen selbst deutlicher wird.

Der Grundgedanke: Menschen tragen eine Tendenz zur Entwicklung in sich, Rogers nennt das Aktualisierungstendenz. Sie wirkt dann, wenn eine Beziehung sie nicht behindert, wenn also niemand bewertet, korrigiert oder besser weiß.

Die drei Grundhaltungen

Empathie, bedingungsfreie Wertschätzung und Kongruenz. Diese drei Grundhaltungen sind die eigentliche Methode der personzentrierten Psychotherapie. Rogers hat damit beschrieben, was eine Beziehung heilsam macht, nicht welche Technik.

Einfühlendes Verstehen

Empathie, verstehen aus Ihrer Perspektive, nicht aus meiner.

Ich versuche, Ihre Welt von innen zu verstehen, nicht so, wie ich sie an Ihrer Stelle sehen würde. Dazu frage ich nach, fasse zusammen, prüfe: Habe ich das richtig? Widerspruch ist dabei nützlich, nicht störend. Aus diesem genauen Hinhören entsteht oft der erste Schritt. Etwas, das lange diffus war, bekommt Worte.

Wie sich das anfühlt

  • Sie müssen nichts erklären, was Sie noch nicht formulieren können
  • Ich rate nicht und relativiere nicht
  • Missverständnisse dürfen benannt und korrigiert werden

Was es bewirkt

  • Unklare Gefühle werden unterscheidbar
  • Sie hören sich selbst zu, oft zum ersten Mal in Ruhe
  • Aus dem Verstehen entstehen eigene Schlüsse statt Ratschläge

Bedingungsfreie Wertschätzung

Akzeptanz ohne Vorbedingung, gerade für die unangenehmen Anteile.

Wertschätzung heißt hier nicht Lob und nicht Zustimmung zu allem, sondern: Ihre Person wird nicht davon abhängig gemacht, dass Sie sich vernünftig, freundlich oder belastbar zeigen. Scham, Wut, Neid, Erschöpfung, Gedanken, die Sie sonst niemandem sagen, all das darf hier existieren, ohne dass es bewertet wird.

Wie sich das anfühlt

  • Kein Thema ist zu klein, zu spät oder zu peinlich
  • Sie bestimmen, worüber gesprochen wird und worüber nicht
  • Schweigen und Pausen sind erlaubt

Was es bewirkt

  • Selbstkritik verliert an Lautstärke
  • Abgespaltene Anteile werden wieder zugänglich
  • Sie brauchen weniger Kraft fürs Zeigen einer Fassade

Kongruenz & Echtheit

Als Therapeutin ansprechbar sein, nicht als Rolle auftreten.

Kongruenz bedeutet, dass ich in der Begegnung nicht hinter einer Fachrolle verschwinde. Wenn etwas zwischen uns wirkt, eine Irritation, eine Nachfrage, ein Eindruck, dann kann ich das behutsam und dosiert benennen, wenn es Ihrem Prozess dient. Diese Echtheit macht die Beziehung verlässlich: Sie müssen nicht raten, was ich wirklich denke.

Wie sich das anfühlt

  • Klare, verständliche Sprache statt Fachjargon
  • Transparenz über Rahmen, Grenzen und mein Vorgehen
  • Kritik an mir oder an der Therapie hat Platz

Was es bewirkt

  • Vertrauen entsteht durch Berechenbarkeit, nicht durch Autorität
  • Beziehungsmuster werden im Hier und Jetzt erfahrbar
  • Sie üben, sich zu zeigen, in einem sicheren Rahmen

Aktualisierungstendenz

Das Menschenbild hinter der Methode.

Rogers ging davon aus, dass jeder Mensch eine Richtung in sich trägt: sich zu entwickeln, sich zu erhalten, stimmiger zu werden. Diese Tendenz verschwindet nicht, sie wird überdeckt, durch Erfahrungen, in denen Zuwendung an Bedingungen hing („nur wenn du still bist“, „nur wenn du leistest“). Dann lernt man, Teile des eigenen Erlebens zu übergehen, und verliert den Zugang zum eigenen Maßstab.

Therapie stellt hier keinen Plan gegenüber, sondern eine andere Erfahrung: gehört werden, ohne Bedingung. Was dann in Bewegung kommt, ist nicht von mir vorgegeben.

Wie eine Stunde konkret aussieht

Viele stellen sich Psychotherapie wie eine Untersuchung vor. Personzentriert arbeiten heißt: Es gibt kein Frageschema, das ich abarbeite, und keine Übung, die Sie erfüllen müssen.

Anfang

Sie beginnen mit dem, was gerade da ist. Ein Ereignis der Woche, ein Gefühl ohne Anlass, oder die Feststellung, dass Sie nicht wissen, wo anfangen.

Auch „ich möchte heute wenig sprechen“ ist ein möglicher Anfang.

Mitte

Ich gehe mit, frage nach, halte fest, wo etwas eng oder widersprüchlich wird. Wir bleiben so lange bei einer Stelle, wie sie es braucht.

Manchmal wird geweint, manchmal gelacht, manchmal sortiert, alles ist ein Teil davon.

Ende

Kein Aufgabenzettel, keine Bewertung des Fortschritts. Was mitgenommen wird, entscheiden Sie, oft wirkt eine Stunde in den Tagen danach weiter.

Wofür sich dieser Ansatz besonders eignet

Selbstwert & innere Kritik

Wenn Anerkennung immer an Leistung hing und Ruhe sich wie Faulheit anfühlt.

Erschöpfung & Überlastung

Wenn Funktionieren länger gehalten hat, als es gut war: im Beruf, in der Familie, in der Pflege.

Ängste & Niedergeschlagenheit

Begleitung bei depressiven Verstimmungen, Angst und Sorgen, die den Alltag einengen.

Beziehungen & Abgrenzung

Konflikte, Nähe und Distanz, Trennung, wiederkehrende Muster in Partnerschaft und Familie.

Lebensübergänge & Entscheidungen

Umbruch, Verlust, Trauer, berufliche Weichenstellungen, das Gefühl, im falschen Leben zu sein.

Neurodivergenz

Ein Ansatz ohne Normalisierungsziel passt gut zu Menschen mit ADHS, ADS und Hochsensibilität. Mehr dazu

Unterschied zu anderen Verfahren

Wer eine Psychotherapie sucht, steht in Österreich vor einer ganzen Reihe anerkannter Methoden, und wirksam sind sie alle. Den Unterschied macht selten das Verfahren selbst, sondern ob es zu Ihnen und Ihrem Anliegen passt. Zur groben Orientierung: In der Verhaltenstherapie stehen Übungen und konkrete Veränderungsziele im Vordergrund, in tiefenpsychologischen Verfahren die Deutung unbewusster Konflikte, in der systemischen Therapie das Umfeld, in dem ein Problem entstanden ist.

Die personzentrierte Psychotherapie setzt an einer anderen Stelle an: bei der therapeutischen Beziehung und bei dem, was Sie gerade erleben. Es gibt kein Programm, das wir durcharbeiten, und keine Deutung von außen. Merken wir im Erstgespräch, dass Sie eigentlich ein strukturiertes Übungsprogramm suchen, sage ich das offen und verweise gerne weiter.

Was Sie erwarten können und was nicht

  • Ein Gegenüber, das zuhört und versteht, ohne zu bewerten, verlässlich über längere Zeit.
  • Ihr Tempo, Ihre Themen, Ihre Sprache. Der Rahmen bleibt jederzeit besprechbar.
  • Keine Ratschläge, keine Handlungsanweisungen, keine Bewertung Ihrer Entscheidungen.
  • Keine Diagnostik, kein Gutachten, keine Medikation, kein Attest.

Ablauf einer Psychotherapie in meiner Praxis

Schritt 1

Sie melden sich

Per E-Mail, Telefon oder über das Kontaktformular. Ich melde mich in der Regel innerhalb von zwei Werktagen zurück und wir vereinbaren einen Termin für das Erstgespräch.

Schritt 2

Erstgespräch

Das Erstgespräch dauert 50 Minuten und kostet 50 Euro. Wir besprechen Ihr Anliegen, Ihre Fragen und den Rahmen. Danach entscheiden Sie in Ruhe, ob Sie weitermachen möchten.

Schritt 3

Gemeinsame Arbeit

Meist wöchentliche Termine zu einer festen Zeit, in der Praxis oder per Video. Dauer und Rhythmus richten sich nach Ihrem Anliegen, eine Mindeststundenzahl gibt es nicht.

Schritt 4

Abschluss

Sie können die Therapie jederzeit beenden. Einen geplanten Abschluss und die Zeit danach besprechen wir gemeinsam.

Kosten, Termine und Zuschuss der Sozialversicherung

Kosten

Erstgespräch, 50 Minuten€ 50,–
Therapieeinheit, 50 Minuten€ 110,–

Sozialtarife sind nach Absprache möglich, sprechen Sie mich gerne an.

Termine & Absagen

Termine finden in der Praxis in der Schönbrunner Straße in 1050 Wien statt, bei Bedarf auch per Video. Sollten Sie einen Termin nicht einhalten können, bitte ich um Absage spätestens 24 Stunden vorher, andernfalls stelle ich die reservierte Zeit in Rechnung.

Verschwiegenheit

Als eingetragene Psychotherapeutin unterliege ich der gesetzlichen Verschwiegenheitspflicht. Sie gilt grundsätzlich auch bei Jugendlichen gegenüber den Eltern. Gesetzlich geregelte Ausnahmen bleiben bestehen.

Kostenzuschuss

Bei der Gesundheitskasse und den anderen Sozialversicherungsträgern können Sie einen Kostenzuschuss beantragen. Sie bezahlen das Honorar zunächst selbst und reichen anschließend die Honorarnote ein. Welche Voraussetzungen für Ihre Versicherung gelten, klären wir im Erstgespräch.

Gezeichnetes Portrait von Magdalena Berger

Ein Erstgespräch verpflichtet zu nichts

Ob diese Methode für Sie passt, merkt man am ehesten im Gespräch. Im Erstgespräch klären wir Ihr Anliegen, meine Arbeitsweise und ob Sie sich eine Zusammenarbeit vorstellen können, ohne Verpflichtung.

Häufig gestellte Fragen

Offene Fragen halten manche lange davon ab, sich überhaupt zu melden.

Ist Gesprächstherapie dasselbe wie personzentrierte Psychotherapie?

Ja, gemeint ist dieselbe Methode. Gesprächstherapie, Gesprächspsychotherapie, klientenzentrierte und personzentrierte Psychotherapie sind verschiedene Namen für das Verfahren, das Carl R. Rogers entwickelt hat. In Österreich lautet die offizielle Bezeichnung personzentrierte Psychotherapie. Wenn Sie also nach einer Gesprächstherapie in Wien suchen, sind Sie hier richtig.

Wie kann Reden allein etwas verändern?

Vieles klärt sich erst, wenn man es laut sagt. Im Kopf drehen Gedanken oft jahrelang dieselben Runden, im Gespräch müssen sie eine Reihenfolge finden, und dabei fällt auf, was fehlt, was sich widerspricht oder was man sich nie zu denken erlaubt hat. Der Unterschied zu einem Gespräch mit Freund:innen liegt im Gegenüber. Ich tröste nicht schnell weg, gebe keine Ratschläge und wechsle nicht das Thema, wenn es unangenehm wird. Ich bleibe an der Stelle, an der es schwer wird, und höre auch das mit, was zwischen den Sätzen liegt. Dass Sie dabei mit allem so sein dürfen, wie es gerade ist, verändert oft mehr als jeder gut gemeinte Tipp.

Hilft personzentrierte Psychotherapie bei Depressionen und Ängsten?

Ja. Depressive Verstimmungen und Ängste gehören zu den häufigsten Anliegen in meiner Praxis, und die Wirksamkeit personzentrierter Psychotherapie ist dafür gut untersucht. Statt gegen die Symptome anzutrainieren, schauen wir, was sie im Moment über Ihr Leben sagen und was sich verändern will. Ob und wie sich etwas verändert, ist individuell und lässt sich vorab nicht versprechen.

Was ist der Unterschied zwischen personzentrierter Psychotherapie und Verhaltenstherapie?

Verhaltenstherapie arbeitet stärker mit Übungen, Aufgaben und konkreten Veränderungszielen. Personzentrierte Psychotherapie arbeitet über die Beziehung und Ihr gegenwärtiges Erleben, ohne Programm und ohne Aufgabenzettel. Beide Verfahren sind in Österreich anerkannt und wirksam, entscheidend ist die Passung: Wer ein strukturiertes Training sucht, ist in einer Verhaltenstherapie oft besser aufgehoben. Wer erst einmal verstehen möchte, was da eigentlich los ist, häufig im personzentrierten Arbeiten.

Wie lange dauert eine personzentrierte Psychotherapie?

Das ist unterschiedlich und reicht von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren. Wir starten meist mit wöchentlichen Terminen zu einer festen Zeit und schauen in Abständen gemeinsam, ob das noch passt. Eine vorab festgelegte Stundenzahl gibt es nicht, weil das Tempo von Ihnen kommt.

Was, wenn ich nicht gut über Gefühle sprechen kann?

Dann ist genau das der Ausgangspunkt, kein Hindernis. Sie müssen keine fertigen Sätze mitbringen und nichts erklären, was Sie noch nicht formulieren können. Schweigen hat Platz, und wenn Sprechen schwerfällt, kann ein Teil auch schriftlich stattfinden. Das Tempo bestimmen Sie.

Eignet sich personzentrierte Therapie auch bei ADHS oder Hochsensibilität?

Ja, gerade dann. Der Ansatz hat kein Normalisierungsziel. Es geht nicht darum, ADHS-Merkmale abzutrainieren oder besser zu maskieren. Gearbeitet wird an dem, was Sie beschäftigt, etwa Erschöpfung, Selbstbild oder Konflikte, in Ihrer Wahrnehmung und Ihrem Tempo. Neurodivergenz ist ein Schwerpunkt meiner Praxis, mehr dazu auf der eigenen Seite zu ADHS und Hochsensibilität.

In akuten Krisen

Wenn Sie sich in einer akuten Notlage befinden oder Gedanken haben, sich selbst zu verletzen, wenden Sie sich bitte sofort an eine der folgenden Stellen. Diese sind rund um die Uhr erreichbar.

Telefonseelsorge

142

Psychiatrische Soforthilfe Wien

01 313 30

Rat auf Draht (Jugendliche)

147

Rettung / Notruf

144

Erstgespräch vereinbaren

Sie müssen nicht wissen, wie Sie beginnen. Schreiben Sie mir ein paar Worte oder rufen Sie an. Ich melde mich in der Regel innerhalb von zwei Werktagen, und wir klären, ob und wann ein Erstgespräch möglich ist.

Praxis

Schönbrunner Straße 26/6
1050 Wien

Gemeinschaftspraxis mit meinen Kolleginnen Ursula Zeller und Daniela Stockinger.

Anfahrt

  • Pilgramgasse
  • 12A, 13A, 14A, 59A
Karte von Wien Margareten mit der Praxis in der Schönbrunner Straße und der U4-Station Pilgramgasse

Kartenmaterial: basemap.at (Open Government Data Österreich, CC BY 4.0)

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